Donnerstag, 22. Januar 2015

Neues auf der Nadel - eine Decke mit Diagonalstreifen stricken

Ich habe mal wieder ein, nein zwei neue Projekte auf der Nadel.

Zum Einen bin ich dabei die pinke Wolle von hier zu einem schicken Pulli für mich zu verstricken. 
Es ist schon alles vernäht und es fehlt nur noch der Kragen. Bei dem bin ich mir aber noch nicht sicher, wie ich ihn machen will. Und da mir da noch die zündende Idee fehlt, lass ich ihn nun erstmal ein bisschen liegen. Manchmal muss ich auf die richtige Eingebung warten. Das ist eben der Nachteil, wenn man ohne Strickmuster und auch mit nur einem groben Plan arbeitet. ;) 

Dafür habe ich am Wochenende ein bisschen Wolle geschossen. Ist ja nicht so, als hätte ich zu wenig zu Hause aber das war ein Angebot, an dem ich nicht vorbei konnte. ;) Und nun wird dieses feine Zeug aus Baumwolle, Viskose, Leinen und Seide auch gleich verarbeitet, damit die Wolle gar nicht erst dazu kommt, hier rumzuliegen.


Gestrickt wird kraus rechts in Streifen, mit Rundstricknadeln Stärke 5, die Wolle hat eine Lauflänge von 100m auf 50g. Das nur so als Anhaltspunkt ;).


Ich finde, die Farben passen so toll zusammen und sind schon richtig frühlingshaft.
Und auch hier habe ich mal wieder nur einen groben Plan. Ich wollte unbedingt mal eine Decke/ein Tuch in Diagonalstreifen machen. Und das mach ich jetzt. Aber ob es eben nachher eine kleine Decke oder doch eher ein Tuch werden wird, weiß ich noch nicht genau. Vielleicht ja auch beides in Personalunion ;)

Für alle, die es interessiert, wie man sowas (was es denn nun auch immer sein mag) strickt, hier eine kleine Anleitung - es ist nämlich wirklich ganz einfach.


Ich habe mit der ersten Farbe (dunkelbrlau) 5 Maschen aufgenommen und diese normal rechts gestrickt. Auf der Rückrunde hebe ich die erste Masche nur ab und nehme dann eine Masche dazu. Wie das geht, habe ich hier schonmal für die Mütze gezeigt. Weil man das bei den Bildern da wirklich ganz gut erkennt,  habe ich die hier nochmal reinkopiert (dann braucht ihr zwischen den Anleitungen nicht hin und her zu springen :) ).

Also, erste Masche der Reihe abheben, dann seht ihr diesen kleinen Steg zwischen den Maschen: 

Da mit der Nadel durschstechen und eine rechte Masche stricken. 
 
Dann fröhlich weiter mit rechts, bis die Reihe zuende ist. Nächste Reihe wieder genauso. Also wieder erste Masche abheben, dann eine Masche rechts dazu nehmen, dann rechts weiter stricken.

Das ist natürlich auch mit einem glatt rechts Muster möglich, dann müsst ihr halt die Hin- und Rückrunde abwechselnd links und rechts stricken (ist klar, ne?).


Wenn ihr dann genug von einer Farbe habt und die Farbe wechseln möchtet, lasst ihr den Faden, mit dem ihr grade gestrickt habt, einfach am Rand hängen und nehmt euch die Farbe, die nun folgen soll, vor.
Von dieser lasst ihr ein Stück zum späteren Vernähen ebenfalls hängen und strickt dann los. Der einzige Unterschied ist, dass ihr mit der neuen Farbe die erste Masche einmal mitstrickt. So habt ihr einen sauberen Übergang zwischen den Farben. Dann wird im gleichen Muster weitergestrickt wie vorher.

Ich habe es so gemacht, dass ich die Fäden nach einem Farbwechsel nicht abgeschnitten habe, sondern einfach nur ein längeres Stückchen hängen lasse, das ich dann am Ende teilen und vernähen werde. Das ist zwar ein bisschen Tüddelei mit den drei Knäulen immer dran, aber so habe ich den Vorteil, dass ich jederzeit wieder alles aufribbeln kann und die Wolle dann noch an einem Stück ist. Nur für den Fall, dass es doch nicht so aussieht, wie ich mir das so vorgestellt habe. ;)


Ihr könnt aber auch nach jedem Farbwechsel den Faden abschneiden (immer an den Puffer fürs Vernähen denken!). Dann habt ihr immer nur ein Knäul und nichts vertüddert sich.
Als Msuter habe ich überlegt, ob ich gleich breite Blockstreifen mache oder unregelmäßig breite Streifen und mich dann für erst in der Breite abnehmende, dann wieder zunehmende und dann wieder abnehmende (usw.) Streifenfolgen entschieden. 
Ja, und das sieht dann halt bisher so aus. 






Mit der Maschenzunahme in jeder Reihe strickt ihr also nun ein Dreieck mit einem (relativ) rechten Winkel. So entstehen, wenn man die Decke dann grade hinlegt, diagonale Streifen.

Dieses Spielchen treibt ihr nun so lange, bis ihr die gewünschte Kantenlänge für eure Decke erreicht habt. Ab dann werden in jeder Reihe je zwei Maschen zusammengestrickt, damit man die Maschenzahl wieder reduziert - und zwar im gleichen Tempo wie das Zunehmen.

Auch hierfür nochmal Bilder aus der Mützenanleitung (so weit bin ich nämlich noch nicht ;) ).

Erste Masche der Reihe abheben, dann die nächsten beiden rechts zusammen stricken.


Wenn ihr anstatt einer Decke doch lieber ein Dreieckstuch machen wollt, lasst ihr den Teil mit dem Abnehmen der Maschen einfach weg und strickt fröhlich so lange im oben genannten Muster, bis euch das Tuch groß genug ist - oder die Wolle ausgeht.
Bitte beachtet aber, dass bei einem Dreieckstuch die Streifen nicht diagonal sind, sondern horizontal.


Diese kleine Strickerei ist übrigens mal wieder ein Unterwegs-Projekt. Da ich ja pendel, habe ich so einen guten Zeitvertreib und die kleinen Knäule lassen sich gut mitnehmen. Das ist tatsächlich der einzige Nachteil an den großen Konen - die mag ich nicht immer mit mir rumschleppen. Und auf ein kleineres Knäul umwickeln ist mir auch zu doof. Das bleibt also eher zu Hause und die kleinen dürfen mit ;)

Mein Deckentuch schicke ich noch eben rüber zu RUMS und weil ich mich so an den Frühlingspastellfarben freue auch noch rüber zum Freutag.

Euch einen famosen Tag und liebste Grüße

Kommentare:

  1. danke für die tolle anleitung , super idee für resteverwertung !! lg ute

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    1. Sehr gerne :) Ja, stimmt. Für Reste eigenet sich das auch sehr gut. Und ich mag die diagonalen Streifen einfach gerne.
      Danke für deinen lieben Kommentar und liebe Grüße
      Hannah

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  2. Ich habe schon vor längerer Zeit Deine Anleitung gesehen und abgespeichert. Nun habe ich festgestellt, dass ich beim Nacharbeiten einen entscheidenden Fehler begangen habe - ich habe am Anfang und am Ende der Reihe eine Masche zugenommen. Da ich schon sehr viel gestrickt habe will ich nicht mehr aufribbeln. Meine Frage nun an Dich: weisst Du welche Masse/ Form bei meiner Decke mit der doppelten Zunahme rauskommt? Ich will eine Jahresdecke stricken, also jeden Tag eine Runde. Ich weiss nicht ob meine Decke jetzt riesengross wird oder was ich tun muss ( ausser aufribbeln ) dass es doch noch was brauchbares wird. Liebe Grüsse WaltraudD

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    1. Liebe WaltraudD,
      erstmal freut es mich sehr, dass dir die Anleitung gefällt! :)
      Und die Idee mit Deiner Jahres-Wetter-Decke fürs erste Lebensjahr finde ich total schön! Schade, dass ich das jetzt erst gesehen habe, das hätte ich auch gerne für unser Sommerkind gemacht.
      Nun zu den Maßen. Es kommt natürlich darauf an, mit was für einer Wolle und Nadelstärke du strickst.
      Ich hab aber mal überlegt:
      Du machst für jeden Tag des Jahre eine Reihe und für jeden Monatswechsel noch eine extra, richtig? Und es soll kein Dreieckstuch, sondern eine viereckige Decke werden, richtig?
      Also strickst du ein halbes Jahr mit je zwei Maschen zunehmend + 6 Monatsreihen. Du müsstest also bei ca (365/2)+6=188,5 Reihen und ((365/2)+6)*2=377 Maschen in der längsten Diagonalen ankommen. Ab dann nimmst du ja wieder ab, damit du die viereckige Form hinbekommst. Das müsstest du doch jetzt an deinem schon gestrickten Stück als "Maschenprobe" ausrechnen können, wie groß die Decke ca wird.
      Ich hoffe, dass ich da jetzt keinen Denkfehler drin hab :)
      Und du kannst es natürlich auch mit zwei Maschen pro Reihe extra machen. Es ist dann nur mehr als ein rechter Winkel, glaub ich und bei mir biegen sich die Ränder dann immer ein bisschen.
      Ich hoffe, ich konnte dir jetzt weiterhelfen. Sonst melde dich gerne nochmal.
      Liebste Grüße
      Hannah

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  3. Dankeschön für die Anleitung. Ich überlege gerade, ob die Devke nicht quadratisch wird, wenn ich die Abnahmen so mache. Wie müsste ich denn vorgehen, wenn die Decke rechteckig werden soll? Ich steh total auf dem Schlauch und bin ziemlich ratlos. liebste Grüße

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    1. Erstmal vielen Dank für den lieben Kommentar!
      Und ja, da hast du recht, die Decke wird so quadratisch.
      Wie sie rechteckig wird, da musste ich jetzt auch erstmal scharf nachdenken. Aber ich bin drauf gekommen ;)
      Stricke so lange mit Zunahmen auf beiden Seiten, bis du die gewünschte Breite der Decke erreicht hast.
      Dann nimmst du auf einer Seite immer jeweils eine Masche ab, auf der anderen Seite weiter jeweils eine Masche zu. Das machst du, bis du auch die gewünschte Länge erreicht hast. Dann nimmst du auf beiden Seiten immer je eine Masche ab - wie oben beschrieben.
      So wird die Decke dann rechteckig statt quadratisch.
      Ich hoffe, das war so verständlich. Falls nicht, einfach nochmal fragen. :)
      Liebste Grüße
      Hannah

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